Richtig heizen – eine Frage der Einstellung

10. October 2017 | Energiespartipps

Obwohl nicht das ganze Jahr über geheizt werden muss, entfallen auf das Heizen rund 70 % des Energieverbrauchs im Bereich Wohnen. Die gute Nachricht ist: Unabhängig von Alter und Qualität zum Beispiel der Heizungsanlage und Wärmedämmung können bereits kleine Verhaltensänderungen große Effizienzgewinne bringen. Die folgenden Tipps zeigen, wie man in der jetzt beginnenden Heizsaison energiebewusst heizen und lüften kann.

 

Richtige Raumtemperatur finden
Schon wenige Grad machen beim Energieverbrauch einen großen Unterschied: Jedes zusätzliche Grad über der empfohlenen Raumtemperatur erhöht den Wärmeverbrauch um 6 %. Deshalb sollten die Temperaturen immer so niedrig eingestellt werden wie möglich, dass es aber immer noch angenehm ist. Im Wohnbereich reichen meist 20 bis 22 °C, in der Küche für gewöhnlich 18 bis 19 und im Schlafzimmer 17 bis 18 °C. Im Badbereich darf es ruhig etwas wärmer sein, hier sind 22 °C ideal.

 

Weil nachts tiefere Außentemperaturen herrschen, verbraucht das Warmhalten der Wohnung über Nacht mehr Energie. Darum empfiehlt es sich, die Heizung nachts um drei bis fünf Grad Celsius herunterdrehen („Nachtabsenkung“), das entspricht bei Thermostatventilen ungefähr anderthalb Temperaturstufen. Kühler sollte es über Nacht nicht sein, da das Wiederaufheizen der Räume am nächsten Tag sonst zu viel Energie benötigt.
 

Nicht nur das Gebäude, sondern auch das Verhalten der Bewohner beeinflusst den Heizenergieverbrauch (Bild: panthermedia.net).


Temperaturregelung einstellen
Zum Aufheizen der Wohnräume sollten die Thermostatventile nicht höher als auf die gewünschte Temperaturstufe eingestellt werden: Ein Thermostatventil erreicht und hält die Temperatur in einem Raum durch das Öffnen und Schließen der Warmwasserzufuhr selbsttätig. Stellt man die Ventile auf eine höhere Stufe (zum Beispiel auf 5 statt auf 3), wird es nicht schneller warm, sondern am Ende wärmer! Wenn es in einem Raum dennoch einmal zu warm wird, sollte man, anstatt zu lüften, lieber die Heizungsventile niedriger einstellen: Das Lüften soll für frische Luft sorgen; es dient nicht dazu, die Temperatur in einem Raum zu regulieren.

 

Je genauer ein Thermostatventil eine Raumtemperatur halten kann, desto geringer ist der Heizenergieverbrauch. Laut Umweltbundesamt (UBA) lassen sich mit modernen Thermostatventilen vier bis acht Prozent Heizenergie sparen. Und programmierbare Thermostatventile haben den Vorteil, dass sie die Räume zu den eingegebenen Zeiten selbsttätig auf die gewünschte Temperatur heizen.

 

Rollläden und Vorhänge schließen
Wer nachts die Rollläden schließt, verringert die Wärmeverluste durch die Fenster um rund 20 Prozent; geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen ebenfalls, die Heizkosten gering zu halten. Die Heizkörper selbst sollten allerdings nicht hinter Vorhängen oder gar Möbeln „versteckt“ werden: Wenn Heizkörper nicht frei stehen, können sie die Wärme nicht optimal in den Raum abgeben – dies erhöht den Wärmeverbrauch. Auch die Ventile sollten nicht durch Vorhänge o.ä. verdeckt werden.

 

Regelmäßig und richtig lüften
Durch das Lüften wird verbrauchte Raumluft gegen frische Luft ausgetauscht. Außerdem ist das Lüften der Wohnung wichtig, um die Luftfeuchtigkeit nicht allzu sehr ansteigen zu lassen. Denn pro Person entstehen in einer Wohnung – unter anderem durch das Duschen, Kochen, Waschen und Atmen – täglich etwa drei Liter Feuchtigkeit; bei einem Vier-Personen-Haushalt kommen da Tag für Tag zwölf Liter Wasser zusammen, die weggelüftet werden müssen.
 

Die durch die orangenen Balken angezeigte Dauer eines kompletten Luftaustauschs belegt: Quer- und Stoßlüftung sind erkennbar deutlich effizienter als das Lüften auf Kipp (Grafik: EnergieAgentur.NRW).


Beim Lüften sollte in der Heizperiode immer die Querlüftung oder die Stoßlüftung die erste Wahl sein: Hier reichen 3 bis 4 Mal täglich 2 Minuten (bei der Querlüftung) bzw. 5-10 Minuten (Stoßlüftung) aus, um die Raumluft auszutauschen; bei der Kipplüftung dauert es um ein Vielfaches länger, bis die verbrauchte Luft gegen frische Luft ausgetauscht ist. Beim kurzen, kräftigen Lüften dagegen kühlen Wände und Mobiliar nicht aus und müssen daher auch nicht mit hohem Energieaufwand wieder aufgeheizt werden.

 

Für das möglichst energieeffiziente Lüften lohnt übrigens auch die Anschaffung eines Hygrometers: Da sonst Schimmelbildung droht, sollte die relative Luftfeuchtigkeit maximal 60 % betragen.


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Autor: Tom Küster
Quelle: EA.NRW, Düsseldorf; UBA, Dessau-Roßlau



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      Richtige Raumtemperatur finden
      Schon wenige Grad machen beim Energieverbrauch einen großen Unterschied: Jedes zusätzliche Grad über der empfohlenen Raumtemperatur erhöht den Wärmeverbrauch um 6 %. Deshalb sollten die Temperaturen immer so niedrig eingestellt werden wie möglich, dass es aber immer noch angenehm ist. Im Wohnbereich reichen meist 20 bis 22 °C, in der Küche für gewöhnlich 18 bis 19 und im Schlafzimmer 17 bis 18 °C. Im Badbereich darf es ruhig etwas wärmer sein, hier sind 22 °C ideal.

       

      Weil nachts tiefere Außentemperaturen herrschen, verbraucht das Warmhalten der Wohnung über Nacht mehr Energie. Darum empfiehlt es sich, die Heizung nachts um drei bis fünf Grad Celsius herunterdrehen („Nachtabsenkung“), das entspricht bei Thermostatventilen ungefähr anderthalb Temperaturstufen. Kühler sollte es über Nacht nicht sein, da das Wiederaufheizen der Räume am nächsten Tag sonst zu viel Energie benötigt.
       

      Nicht nur das Gebäude, sondern auch das Verhalten der Bewohner beeinflusst den Heizenergieverbrauch (Bild: panthermedia.net).


      Temperaturregelung einstellen
      Zum Aufheizen der Wohnräume sollten die Thermostatventile nicht höher als auf die gewünschte Temperaturstufe eingestellt werden: Ein Thermostatventil erreicht und hält die Temperatur in einem Raum durch das Öffnen und Schließen der Warmwasserzufuhr selbsttätig. Stellt man die Ventile auf eine höhere Stufe (zum Beispiel auf 5 statt auf 3), wird es nicht schneller warm, sondern am Ende wärmer! Wenn es in einem Raum dennoch einmal zu warm wird, sollte man, anstatt zu lüften, lieber die Heizungsventile niedriger einstellen: Das Lüften soll für frische Luft sorgen; es dient nicht dazu, die Temperatur in einem Raum zu regulieren.

       

      Je genauer ein Thermostatventil eine Raumtemperatur halten kann, desto geringer ist der Heizenergieverbrauch. Laut Umweltbundesamt (UBA) lassen sich mit modernen Thermostatventilen vier bis acht Prozent Heizenergie sparen. Und programmierbare Thermostatventile haben den Vorteil, dass sie die Räume zu den eingegebenen Zeiten selbsttätig auf die gewünschte Temperatur heizen.

       

      Rollläden und Vorhänge schließen
      Wer nachts die Rollläden schließt, verringert die Wärmeverluste durch die Fenster um rund 20 Prozent; geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen ebenfalls, die Heizkosten gering zu halten. Die Heizkörper selbst sollten allerdings nicht hinter Vorhängen oder gar Möbeln „versteckt“ werden: Wenn Heizkörper nicht frei stehen, können sie die Wärme nicht optimal in den Raum abgeben – dies erhöht den Wärmeverbrauch. Auch die Ventile sollten nicht durch Vorhänge o.ä. verdeckt werden.

       

      Regelmäßig und richtig lüften
      Durch das Lüften wird verbrauchte Raumluft gegen frische Luft ausgetauscht. Außerdem ist das Lüften der Wohnung wichtig, um die Luftfeuchtigkeit nicht allzu sehr ansteigen zu lassen. Denn pro Person entstehen in einer Wohnung – unter anderem durch das Duschen, Kochen, Waschen und Atmen – täglich etwa drei Liter Feuchtigkeit; bei einem Vier-Personen-Haushalt kommen da Tag für Tag zwölf Liter Wasser zusammen, die weggelüftet werden müssen.
       

      Die durch die orangenen Balken angezeigte Dauer eines kompletten Luftaustauschs belegt: Quer- und Stoßlüftung sind erkennbar deutlich effizienter als das Lüften auf Kipp (Grafik: EnergieAgentur.NRW).


      Beim Lüften sollte in der Heizperiode immer die Querlüftung oder die Stoßlüftung die erste Wahl sein: Hier reichen 3 bis 4 Mal täglich 2 Minuten (bei der Querlüftung) bzw. 5-10 Minuten (Stoßlüftung) aus, um die Raumluft auszutauschen; bei der Kipplüftung dauert es um ein Vielfaches länger, bis die verbrauchte Luft gegen frische Luft ausgetauscht ist. Beim kurzen, kräftigen Lüften dagegen kühlen Wände und Mobiliar nicht aus und müssen daher auch nicht mit hohem Energieaufwand wieder aufgeheizt werden.

       

      Für das möglichst energieeffiziente Lüften lohnt übrigens auch die Anschaffung eines Hygrometers: Da sonst Schimmelbildung droht, sollte die relative Luftfeuchtigkeit maximal 60 % betragen.

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